NAHGAST

Das Projekt NAHGAST – Entwicklung, Erprobung und Verbreitung von Konzepten zum nachhaltigen Produzieren und Konsumieren in der Außer-Haus-Gastronomie zielt auf die Initiierung, Unterstützung und Verbreitung von Transformationsprozessen zum nachhaltigen Wirtschaften in der Außer-Haus-Gastronomie.

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Der betrachtete Wirtschaftsbereich ist für die Transformation zum nachhaltigen Wirtschaften ein höchst relevantes Handlungsfeld, da der Außer-Haus-Sektor mit ca. 11,5 Mio. Besuchern täglich in 2012 (ohne den Gesundheitssektor) und einem Marktvolumen von etwa 68,2 Mrd. Euro neben dem Lebensmitteleinzelhandel der zweite wichtige Absatzkanal für die Ernährungsindustrie in Deutschland ist (BVE 2013). Für die nächsten Jahre wird mit einem Anstieg des Außer-Haus-Markt-Anteils auf 40% des Lebensmittelumsatzes in Deutschland gerechnet (Rückert-John et al. 2005a).

Die wachsende Bedeutung der Außer-Haus-Gastronomie an der Ernährung und im Alltag der Menschen ist auf die in westlichen Gesellschaften steigende Individualisierung, die Zunahme der älteren Bevölkerung, vermehrte Zeitknappheit und Flexibilisierungsanforderungen und daraus abgeleitet dem Wunsch nach Entlastung zurückzuführen (Rückert-John 2005b; Nestlé 2011). Der Ernährungssektor verursacht vielfältige ökologische, ökonomische, soziale und gesundheitliche Wirkungen. So werden der Ernährungsindustrie in Europa etwa 17 % der Treibhausgasemissionen und 28 % der Ressourcenverbräuche zugeschrieben (EU Kommission 2011). Zu den sozialen Hot Spots zählen in den Wertschöpfungsketten vor allem Niedriglöhne, Werkverträge, Einkommensunsicherheit und Schwarzarbeit. Darüber hinaus nimmt dieser Sektor einen großen Einfluss auf die heutige Ess- und Ernährungskultur. Die AHV ist deshalb schon seit längerem in den Fokus gesundheitspolitischer Akteure gerückt, denn die Qualität des Speisenangebots in diesem Bereich hat erheblichen Einfluss auf die Ernährungssituation der Menschen. Folgerichtig unterstützt eine flächendeckende Steigerung der Angebotsqualität gesundheitspolitische Ziele (BMELV 2007).