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Natuerliche-Ressourcen

Bewahrung der natürlichen Ressourcen

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie berücksichtigen in ihren Prozessen, Produkten und Dienstleistungen die schonende und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen und reduzieren so den Ressourcenverbrauch im Unternehmen und seinen Wertschöpfungsketten.

 
Herleitung

Die schonende und effiziente Nutzung von Ressourcen bis 2030 ist globales Ziel in den UN Sustainable Development Goals. Sie enthalten auch die Forderung nach gerechtem Zugang aller Menschen zu den natürlichen Ressourcen wie abiotischen und biotischen Materialien, Wasser, Boden, Luft und genetischen Ressourcen. Papst Franziskus mahnt in seiner Enzyklika Laudato si’, dass die ungelöste Ressourcenfrage nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Krise beinhaltet. Der Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa benennt als Ziel: „Spätestens 2020 sind Anreize für gesündere und nachhaltigere Erzeugungs- und Verbrauchsstrukturen weit verbreitet und haben zu einer Reduzierung des Ressourceninputs der Lebensmittelkette um 20 Prozent geführt.“ Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie sieht eine Verdopplung der Rohstoffproduktivität von 1994 bis 2020 vor. Das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) zielt auf eine deutlich effizientere Nutzung nichtenergetisch genutzter abiotischer und stofflich genutzter biotischer Rohstoffe. Das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum wiederum will durch die Stärkung des nachhaltigen Konsums Ressourcenschonungspotenziale heben.

Die Ernährung in Europa ist für 28 % der Ressourcenverbräuche der gesamten Ressourcennutzung in Europa verantwortlich – der schonende und effiziente Umgang mit ihnen ist daher essentiell für eine nachhaltige Entwicklung.

Bezogen auf die Ernährung geht es beim Zugang zu Ressourcen und ihrer Nutzung letztlich um die physische Existenz von Menschen und um ihre Chance, über eine angemessene Ernährung ihre Gesundheit zu erhalten (und gegebenenfalls weitere Bedürfnisse wie die nach Genuss oder kultureller Identität zu befriedigen), und damit um einen wichtigen Aspekt eines Lebens in Würde. Aufgrund der internationalen Verflechtung der Wertschöpfungsketten müssen die Auswirkungen des Ressourcenkonsums im deutschen Ernährungssektor auf die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Verhältnisse in anderen Teilen der Welt unbedingt berücksichtigt und Strategien zur Reduktion entwickelt und umgesetzt werden. Ziel ist die absolute Senkung der Flächenbelegung und des Ressourcenkonsums im Feld Ernährung.

Handlungsfelder

Wesentliche Handlungsfelder für eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise in der Außer-Haus-Gastronomie sind bauliche und technische Infrastruktur inkl. der Energieversorgung, Speiseplanung und Beschaffung sowie Produktion und Verarbeitung sowie Entsorgung. Die Branche entwickelt definierte Kriterien für Wertschöpfungsketten (vgl. Art und Herkunft u. a. von Rohwaren und deren Verpackungen) und ressourcenleichte Rezepturen und widmet sich darüber hinaus einer gezielten Mengenplanung zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Maßnahmen zur Steigerung der Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz gilt es in allen Geschäftsbereichen zu integrieren und bei den an den Wertschöpfungsketten beteiligten Unternehmen und Akteuren zu befördern. Die Implementierung von Umweltmanagementsystemen (und ggf. eines zusätzlichen Lieferantenmanagements) ist ein wichtiger Ansatz, um diese Integration zu bewältigen und dauerhaft gelingen zu lassen.


Erhalt der Biodiversität

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie tragen Verantwortung gegenüber der Natur und sind mitverantwortlich für den Erhalt und die Wiederherstellung von Biodiversität und damit der Ökosystem-Leistungen.

 
Herleitung

Der anhaltende Verlust der biologischen Vielfalt wirkt sich zunehmend auf die Ökosystem-Dienstleistungen aus: In der EU sind 25 Prozent der heimischen Tierarten vom Aussterben bedroht, 88 Prozent der Fischbestände gelten als überfischt. Das Bienensterben birgt neben ökologischen große wirtschaftliche Risiken. Aus diesen Gründen ist in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie die Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung fest verankert; sie bezieht sich auf das internationale Übereinkommen der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt: Der Verlust von Biodiversität und die Schädigung der Ökosystem-Leistungen sollen bis 2020 aufgehalten und die Biodiversität so weit wie möglich wiederhergestellt werden. Der Schutz von Lebensräumen und Arten sowie der genetischen Vielfalt sind für die Land- und Ernährungswirtschaft von grundlegender ökonomischer, aber auch kultureller Bedeutung.

Der Ernährungssektor hat erheblichen Einfluss auf die Biodiversität an Standorten auf der gesamten Erde, je nachdem, auf welche Weise (hier vor allem relevant: wie intensiv) und wo (z. B. auf ehemaligen artenreichen Wildnisflächen) die landwirtschaftliche Produktion betrieben und welches Angebot an Agrobiodiversität, also welche Vielfalt an Sorten und Rassen, auf den Markt gebracht wird. Aus diesem Einfluss auf die Biodiversität, aber auch aus der genannten Abhängigkeit von Biodiversität als Ressource resultieren die Verantwortung und das Interesse der Außer-Haus-Gastronomie für das Thema.

Handlungsfelder

Wesentliche Ansatzpunkte für die Außer-Haus-Gastronomie, die Auswirkungen ihres Handelns auf die Biodiversität zu beachten, liegen in einer systematischen Integration der Schutzziele im Unternehmen: Die Verpflichtung zum Schutz der Natur, zur nachhaltigen Nutzung ihrer Leistungen, die Verantwortung hinsichtlich einer gerechten Verteilung sowie des Zugangs aller Menschen zu genetischen Ressourcen, werden in die Zielsetzungen der Unternehmenspolitik aufgenommen und in die Unternehmensstrategie zur Nachhaltigkeit integriert. Die Abhängigkeit insbesondere der Lebensmittelwirtschaft von Biodiversität und die damit verbundenen Risiken werden somit anerkannt. Unternehmen entwickeln eine Strategie zur Minimierung der Auswirkungen ihres Handelns auf die Gefährdung der Natur und zur Aufrechterhaltung der Vielfalt an angebotenen Sorten und Rassen, um die Landwirtschaft widerstandsfähig gegen schädliche Einflüsse wie z. B. Krankheiten und anpassungsfähig an globale Entwicklungen wie den Klimawandel zu halten. Die Biodiversitätsstrategie wird im Nachhaltigkeitsmanagement mit konkreten Zielen hinterlegt. Aus diesen werden für die unterschiedlichen Prozesse, wie Speiseplanung und Beschaffung, konkrete Maßnahmen abgeleitet. Aktionspläne und/ oder Abkommen dienen ebenfalls der Realisierung dieses Handlungsfelds. Den Zielen entsprechende Maßnahmen werden formuliert, durchgeführt und regelmäßig überprüft. Dabei gilt es auch Lebensräume wie Boden, Luft und Wasser z.B. durch die Nutzung von zertifizierten Produkten oder Unterstützung von Projekten langfristig zu schützen.


Schutz des Klimas

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie leisten mit ihrem Handeln einen Beitrag zum Schutz des Klimas, indem sie entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Verringerung der Freisetzung von Treibhausgasen beitragen.

 
Herleitung

Mit einem aktiven Klimaschutzprogramm gilt es, Treibhausgase zu reduzieren. Die Maßnahmen haben sowohl die Prozesse in den Unternehmen als auch die angebotenen Produkte und Dienstleistungen entlang ihrer Wertschöpfungsketten in den Blick zu nehmen. Wichtige Strategien zur Verminderung von Treibhausgasemissionen sind die Steigerung der Energieeffizienz und der Einsatz von erneuerbaren Energien. Ziel ist es, bis Ende des Jahrhunderts eine Wirtschaft ohne Treibhausgasemissionen zu ermöglichen. Dazu wurden auf EU und auf nationaler Ebene Teilziele verabredet. So soll bis 2030 innerhalb der EU eine Treibhausgasreduzierung um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 stattfinden. Auf nationaler Ebene soll dieses Ziel bereits 2020 erreicht sein.

In Deutschland werden ca. 21% der Treibhausgase ernährungsbedingt verursacht, das sind etwa 203,1 Mio. t CO2-Äquivalente an direkten und indirekten Treibhausgasen.

Handlungsfelder

Wesentliche Handlungsfelder in Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie sind die bauliche und technische Infrastruktur inkl. der technischen Geräte, die Speiseplanung und Beschaffung, auch die Berücksichtigung klimarelevanter Prozesse in den vorgelagerten Wertschöpfungsketten. Die bauliche Infrastruktur ist durch ihren Strom- und Wärmebedarf ein relevantes Handlungsfeld. Die Optimierung und energieeffiziente Gestaltung von Prozessen sowie der Einsatz moderner Gerätetechnik befördert die effiziente Nutzung der benötigten Energie. Zukunftsfähige Energieversorgung wird in den Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie weiter ausgebaut. Dazu muss der Einsatz erneuerbarer Energien in allen Geschäftsbereichen (z.B. auch Verkehr und Logistik) betrachtet und substanziell gesteigert werden. Bereits die Identifizierung von Minderungspotentialen sowie die Einleitung entsprechender Maßnahmen, wie beispielsweise die Sensibilisierung von Mitarbeiter*innen, die zu Verhaltensänderungen in der Nutzung von Geräten führt, tragen zu merklichen Einsparungen bei. In diesem Zusammenhang sind Speisenplanung und Beschaffung wichtige (und eng miteinander verzahnte) Handlungsfelder, da die Fragen, welche Art von Lebensmitteln (z. B. tierischen oder pflanzlichen Ursprungs) verarbeitet werden und wann sie woher bezogen werden (z. B. saisonale, regionale Freilandproduktion oder Erzeugung im beheizten Treibhaus) einen sehr großen Einfluss auf die Klimawirkung des Menüs haben.


Verantwortung in der Wertschöpfungskette

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie berücksichtigen bei der Erstellung ihres nachhaltigen Verpflegungsangebotes die ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und entwickeln verantwortungsbewusst Strategien zu deren Bewältigung.

 
Herleitung

Die gesamte Orientierung von Unternehmen in ihrem wirtschaftlichen Handeln, insbesondere im Lieferkettenmanagement integriert wesentliche und überprüfbare Nachhaltigkeitsziele in den Geschäftsalltag. Im Sinne des Vorsorgeprinzips gilt es, negative Auswirkungen auf die Umwelt im Voraus zu vermeiden. Neben der Förderung und Verbreitung von umweltfreundlichen Technologien und der Nutzung regenerativer Energien gehören dazu der schonende Umgang mit Ressourcen und die Verringerung von negativen Effekten der eingesetzten Produkte. Hinweise hierzu bieten Siegel, internationale Standards und unternehmenseigene Standards.

Die Wahrung und Förderung der Menschenrechte, der internationalen Arbeitsnormen sowie der einschlägigen nationalen Gesetze und Vorschriften sind selbstverständlich. Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie tragen soziale Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette und sind bei Nichteinhaltung jeglicher Art bereit, Maßnahmen einzuleiten, die Missständen entgegenwirken.

Handlungsfelder

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie entwickeln und implementieren entlang der gesamten Lieferkette konkrete Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung von Nachhaltigkeitsaspekten und setzen sich verbindliche Ziele. Das Lieferantenmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette und eine enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten, aber auch den Kunden sind Voraussetzung um die Verantwortung in der Wertschöpfungskette wahrnehmen zu können.

Zudem nutzen Unternehmen ihren Einfluss, um nachhaltigere Lieferketten zu fördern, indem sie im Lieferantenaudit und im Rahmen der Beschaffung die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards überprüfen. Dabei gilt es, sowohl ein gemeinsames Verständnis von Sorgfaltspflicht und verantwortungsvollem Lieferkettenmanagement zu entwickeln, als auch im nationalen und globalen Kontext menschenwürdige und sichere Arbeitsbedingungen, sowie eine gerechte Bezahlung durchzusetzen.


Einsatz tierischer Produkte

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie berücksichtigen bei Maß und Art des Angebotes von tierischen Produkten die ökologische Tragfähigkeit unseres Planeten sowie die artgerechte Haltung der Tiere und setzen pflanzliche Alternativen ein.

 
Herleitung

Wissenschaft und Politik identifizieren die Reduktion von tierischen Produkten als wichtigste Handlungsstrategie im Konsumbereich Ernährung im Hinblick auf Gesundheit, Ressourcenschonung, Klimaschutz, Wasserverbrauch, Landnahme und weltweite Ernährungssicherheit. So kommt der Weltagrarbericht zu dem Schluss, dass „die Reduzierung des Verbrauchs von Fleisch und anderen tierischen Produkten in Industriestaaten und ihre Begrenzung in den Schwellenländern […] der dringendste und effektivste Schritt zur Sicherung der Ernährung, der natürlichen Ressourcen und des Klimas [ist]" . Auch der Fahrplan für ein Ressourcen schonendes Europa verweist ausdrücklich auf Empfehlungen zur Menge der pro Person zu verzehrenden tierischen Eiweiße bei der Auswahl nachhaltiger Lebensmittel. Aus ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Gründen suchen Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie aktiv nach (pflanzlichen) Proteinalternativen und klären Kund*innen über die Notwendigkeit und Vorteile eines veränderten Verpflegungsangebots auf.

Handlungsfelder

Der respektvolle Umgang mit Nutztieren gehört in der gesamten Wertschöpfungskette zu den Anforderungen einer nachhaltigen Landwirtschaft. Analog zu den anderen sozialen Zielen, können Betriebe der Außer-Haus-Gastronomie in den Bereichen Lieferantenmanagement entlang der Wertschöpfungsketten und in der Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kund*innen, aber auch in der Beschaffung Standards zum respektvollem Umgang mit Tieren etablieren und überprüften.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt den mäßigen Verzehr von Fleischprodukten und eine überwiegend pflanzliche Ernährung. Angepasste Speisepläne und Rezepturen und die gezielte Zusammenstellung von pflanzlichen Lebensmitteln sind Grundlagen für ein gesundes Speisenangebot. Die Kompetenz der Mitarbeiter*innen, pflanzliche Alternativen für Fleischgerichte zu entwickeln und in Rezepturen umzusetzen, muss gefördert werden.

Die Außer-Haus-Gastronomie kann in der Ernährungsbildung zur Vermittlung der Veränderungen hin zu einem ressourcenleichten Angebot beitragen und über nachhaltige Verzehrgewohnheiten informieren sowie diese im Konsumalltag der Kund*innen etablieren.


Förderung der gesunden Ernährung

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie tragen zu einer Förderung der Gesundheit ihrer Kund*innen bei.

 
Herleitung

Die Förderung der Gesundheit ist zentrale Zielsetzung internationaler und nationaler Institutionen und der Politik. Ein Fokus liegt dabei auf der Verbesserung der Ernährungssituation der Bevölkerung. Insbesondere westliche Länder sind durch eine ständige Verfügbarkeit von günstigem und häufig ungesundem Essen – d.h. Speisen mit einer hohen Energie- und geringen Nährstoffdichte – geprägt. Die damit einhergehende Zunahme von Übergewicht und Adipositas führt immer häufiger zu den bekannten Folgeerkrankungen, welche die Lebensqualität der Menschen einschränken. Gleichzeitig resultieren daraus hohe Kosten für das Gesundheitssystem. Der Außer-Haus-Gastronomie kommt damit eine gesellschaftliche Verpflichtung zu, gesunde und nachhaltige Ernährung zu fördern, um somit negativ etablierte Konsummuster der Menschen zu durchbrechen und den oben beschriebenen Risiken entgegen zu wirken.

Handlungsfelder

Die Außer-Haus-Gastronomie kann über ihre Angebotsgestaltung, also Speiseplanung und Rezepturen, aber auch durch den Einsatz gesunder Rohwaren und entsprechende Spezifikationen im Einkauf gesunde Ernährung Ihrer Gäste fördern. Durch die Modifikation von Rezepturen hin zu einer gesunden und wohlschmeckenden Speisenauswahl nach wissenschaftlich anerkannten Standards wird ein Beitrag zur gesünderen Ernährung der Bevölkerung geleistet. Auswahl, Zubereitung und Darbietung der Speisen sollten so gestaltet sein, dass sich die Kund*innen eigenverantwortlich für eine gesunde und vielseitige Ernährung entscheiden. Zentral ist sowohl das Wissen der Mitarbeiter*innen hinsichtlich einer gesunden Speisenauswahl als auch die Kompetenz zur nährstoffschonenden Zubereitung der Gerichte. Die Ernährungsgesundheit kann gefördert werden, indem die Notwendigkeit einer gesunden Ernährung kommuniziert wird. Hier kann die Außer-Haus-Gastronomie zu einer Ernährungsbildung über Information und Partizipation beitragen, gesunde und nachhaltige Verzehrgewohnheiten im Alltag der Kund*innen zu etablieren.


Transparenz und Dialog mit Stakeholdern

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie schaffen Transparenz für ihre Kund*innen und ihre weiteren Stakeholder, indem sie klare Informationen zu ihren Angeboten bereitstellen.

 
Herleitung

Die Anforderung von Gästen und weiterer Stakeholder an Transparenz über Herkunft, Herstellungsbedingungen und Inhaltsstoffen von Rohwaren und angebotenen Speisen zu erfüllen, stellt eine wichtige Aufgabe für Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie dar. Wichtige Aspekte sind dabei eindeutige Informationen zum Produkt- und Dienstleistungsangebot und seinen sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen genauso wie die Einhaltung geltender rechtlicher Bestimmungen bezüglich Werbepraktiken und Datenschutz. Unternehmen in der Außer-Haus-Gastronomie stehen in der Verantwortung, sich den wechselnden Bedürfnissen der Gesellschaft anzunehmen und diesbezüglich geeignete Lösungen zu entwickeln und anzubieten.

Handlungsfelder

Das Wissen über Anforderungen und Bedürfnisse der Kund*innen ist Voraussetzung für die Bereitstellung eines zielgruppenspezifischen Speisenangebotes. Auf dieser Basis werden Veränderungsmaßnahmen (z.B. in Bezug auf die Speisengestaltung) im Unternehmen angestoßen und – zuträglich für Umwelt, Gesundheit und Gesellschaft – umgesetzt und transpa-rent kommuniziert. Über produktbezogene Informationen für die Kund*innen hinaus geben Unternehmen ausreichende Informationen über die Auswirkungen ihrer Tätigkeiten und zu Beziehungen mit Lieferant*innen. Dabei informiert das Unternehmen vorranging über Umwelt-, Gesundheits- und Sozialfolgen seiner Tätigkeit sowie über Maßnahmen, diese Auswirkungen zu verringern. Damit trägt das Unternehmen wesentlich zur Vertrauensbildung in der Öffentlichkeit bei.

Die Information von Kund*innen und anderer Stakeholder über die Notwendigkeit, ökologische und soziale Folgenkosten in der Wertschöpfungskette zu berücksichtigen und diese im Preis widerzuspiegeln, kann einen wichtigen Beitrag zur Wertschätzung des Speisenangebots leisten. Es werden daher hinreichende, überprüfbare und klare Informationen hinsichtlich der Preisgestaltung für das Speisenangebot offengelegt. Hierbei werden Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt, beispielsweise Umweltgüter- und Sozialkosten, aber auch mögliche Subventionen. Durch die Nutzung von Umwelt- und Sozialsiegeln können Aussagekraft und Glaubwürdigkeit unterstrichen werden. Anhand dieser Informationen soll es Verbraucher*innen ermöglicht werden, Entscheidungen über den Kauf in voller Sachkenntnis zu treffen sowie ggf. Gerichte miteinander vergleichen zu können. Von täuschenden Marketingpraktiken wird abgesehen.

Kund*innen und andere Stakeholder, mit denen das Unternehmen im Kontakt steht, haben das Recht, dass ihre Privatsphäre akzeptiert und geschützt wird. Dazu gilt es, angemessene Maßnahmen bezüglich des Sammelns, Speicherns, Verarbeitens und Verbreitens von Daten zu implementieren.

Über alle nachhaltigkeitsbezogenen Belange sollten Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie regelmäßig, systematisch und offen kommunizieren. Ein wichtiges Instrument hierfür ist ein Nachhaltigkeitsbericht, der sich an anerkannten Standards wie z. B. GRI orientiert.


Orientierung an den Interessen der Mitarbeiter

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie berücksichtigen im Rahmen von nachhaltigen Geschäftsstrategien die Interessen und das Wohl ihrer Mitarbeiter*innen. Sie sind dadurch ein attraktiver Arbeitgeber und binden kompetente Beschäftigte.

 
Herleitung

Die Berücksichtigung des Wohls und der Interessen von Mitarbeiter*innen in Unternehmen hat aktuell einen hohen Stellenwert: denn Mitarbeiter*innen sind für den Erfolg der Unternehmen unverzichtbar. Um dieses Potential zu nutzen, stehen Unternehmen in der Verantwortung, ihren Mitarbeiter*innen einen sicheren Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen sowie berufslebenslange Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Interessensvertretung zu er-möglichen. Eine faire Entlohnung, Arbeitszeitmodelle zur Förderung der Familienfreundlichkeit (Work-Life-Balance), alternsgerechte Arbeitsplätze und die Gleichstellung von Männern und Frauen sind zentrale Anforderungen an gute Arbeitgeber. Sie werden dadurch gleichzeitig zu attraktiven Arbeitgebern, die im Wettbewerb um kompetente Beschäftigte die Herausforderungen des demografischen Wandels wie alternden Belegschaften und dem Fachkräftemangel besser bewältigen können. Auch die Interessen der Mitarbeiter*innen in der Lieferkette sind relevant und werden.

Handlungsfelder

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie berücksichtigen im Rahmen ihres Personalmanagements die Diversität der Mitarbeiter*innen hinsichtlich Geschlecht, Alter, Bildung, Herkunft. Durch die Gleichstellung, das Unterlassen jeglicher Diskriminierung sowie die Schaffung eines Zugangs für Menschen mit Behinderungen werden Vielfalt und Chancengleichheit gewährleistet.

Durch die regelmäßige Aus- und Weiterbildung sowie durch die individuelle Förderung der Mitarbeiter*innen sichern sich die Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie Fachkräfte, die zum nachhaltigen Unternehmenserfolg beitragen. Dazu ist die Bereitstellung wirtschaftli-cher Ressourcen notwendig.

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie räumen Mitarbeiter*innen Möglichkeiten zur Beteiligung an Unternehmensprozessen ein – auch im Hinblick auf Nachhaltigkeitsinterventionen. Durch einen regelmäßigen Dialog fördert das Unternehmen Mitarbeiter*innen-Zufriedenheit und langfristige Bindung. So entsteht ein fairer Interessenaustausch der zur Identifikation mit dem Unternehmen beiträgt. Generell gilt die Regel „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“. Daneben sollte die Entgeltpolitik im Einklang mit den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen stehen und bestmögliche Löhne enthalten. Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie sorgen im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und geben Mitarbeiter*innen die Möglichkeit zur individuellen Abstimmung. Nach Möglichkeit werden flexible Arbeitszeitmodelle oder unterneh-mensspezifische Programme (Angebot zur Kinderbetreuung) angeboten. Durch die Prävention (z.B. gesundheitsfördernde Programme) und die Identifizierung und anschließende Bekämpfung von Gefahren kann ein sicheres Arbeitsklima, und eine Langzeitproduktivität, beispielsweise in einem betrieblichen Gesundheitsmanagement, sichergestellt werden. Weiterhin wird eine gesunde Arbeitspraxis gefördert. Die Mitarbeiter*innen haben das Recht auf Kollektivverhandlungen und Vereinigungsfreiheit (z.B. Wahl von Arbeitnehmervertretern/ Gewerkschaften, die Teilnahme an Tarifverhandlungen).