Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie erklären sich dem normativen Konzept der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet und integrieren konsequent die Nachhaltigkeitsanforderungen ihrer Anspruchsgruppen in ihre Unternehmensstrategien.


  1. Sie akzeptieren die planetarischen Grenzen als begrenzenden Rahmen für ihr eigenes Handeln

  2. Sie handeln sozial verantwortlich in ihrem Unternehmen, in ihrer Region und in ihren globalen Wertschöpfungsketten

  3. Sie übernehmen Mitverantwortung in Bezug auf die Förderung einer gesunden Ernährung ihrer Kund*innen

Sie gehen offen mit den Wirkungen ihres unternehmerischen Handelns um und berichten transparent über ihre Strategien, Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse sowie Initiativen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung.

Insgesamt orientieren sie ihr unternehmerisches Handeln an den im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen formulierten Sustainable Development Goals und den darin definierten zentralen Werten.

Herleitung

Das normative Leitbild der nachhaltigen Entwicklung erfährt aktuell in der internationalen politischen Debatte eine Schärfung hin zu einem anspruchsvolleren Verständnis von Nachhaltigkeit. Die Anerkennung absoluter planetarischer Grenzen, die Notwendigkeit des Abkoppelns des Ressourcenverbrauchs vom ökonomischen Wachstum, die zentrale Forderung nach Gerechtigkeit sowie die Forderung an Unternehmen, Verantwortung für die sozialen und ökologischen Bedingungen entlang der Wertschöpfungskette zu übernehmen, sind zentrale Bestandteile der von den Vereinten Nationen im September 2015 verabschiedeten Agenda 2030 (Sustainable Development Goals, SDGs), sowie der Nachhaltigkeitspolitik der Europäischen Union und Deutschlands.

Die Sustainable Development Goals konkretisieren die Agenda zur nachhaltigen Entwicklung und sollen bis 2030 global zur Überwindung der Armut, zum Schutz des Planeten und zur Sicherung des Wohlstands aller Menschen beitragen. Sie bilden aktuell den international anerkannten Rahmen für eine globale nachhaltige Entwicklung. Da nach Rockström und Sukhdev alle Entwicklungsziele direkt oder indirekt in Verbindung mit nachhaltiger und gesunder Nahrung stehen, sind die Sustainable Development Goals Grundlage für die Entwicklung eines Leitbildes „Nachhaltigkeit in der Außer-Haus-Gastronomie“.

Papst Franziskus geht in seiner Enzyklika Laudato si' noch einen Schritt weiter. Er stellt Gesellschaft und Wirtschaft in die Pflicht, zuerst dem Gemeinwohl und erst danach den individuellen Gewinninteressen zu dienen. Als ethisch kann ein Verhalten demzufolge erst dann betrachtet werden, wenn alle ökologischen und sozialen Kosten eines Verhaltens offen gelegt werden, und derjenige, der den Nutzen hat, auch die Kosten trägt. Der Papst fordert alle Akteure auf, endlich der verschwenderischen Nutzung von natürlichen Ressourcen und der Zerstörung der Umwelt entgegenzuwirken, um die damit einhergehenden sozialen Konflikte zu mindern. Umwelt- und Sozialdumping dürfen keinen Wettbewerbsvorteil mehr für Unternehmen bilden.

Für die Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie ergibt sich daraus die moralische Verpflichtung, in jeglichen Geschäftsprozessen die Umwelt- und Sozialverträglichkeit zu prüfen und zu berücksichtigen. Für die Politik ergibt sich die Verpflichtung, den Rahmen für eine nachhaltige Transformation zu schaffen.

Eng verbunden mit einer nachhaltigen Entwicklung ist die Notwendigkeit zur Transparenz. Das steigende Informationsbedürfnis der Zivilgesellschaft, von Investoren, Politik und Wissenschaft ist bedingt durch die Globalisierung der Märkte und die Technologisierung der Lebensmittelproduktion, wodurch die Wertschöpfungsketten des Speisenangebots immer komplexer werden. Fortschritte in der Informationstechnologie führen zu einer steigenden Aufmerksamkeit der Verbraucher*innen für Produktionsbedingungen, gleichzeitig löst die Komplexität Gefühle der Verunsicherung aus.

Unternehmen der Außer-Haus-Gastronomie wollen und müssen aus diesen Gründen offen legen, nach welchen Maximen sie entlang der Wertschöpfungskette (unternehmensintern und -extern) handeln. Sie nutzen verschiedene Informationskanäle, um ihr Engagement und ihre Konzepte für mehr Nachhaltigkeit gegenüber unterschiedlichen Stakeholdern zu kommunizieren.

Abgeleitet aus diesen Kernwerten lassen sich acht Leitsätze für ein nachhaltiges Handeln in der Außer-Haus-Gastronomie ableiten.